von Designern geschmäht: Werbung, Marketing

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Werbung, so alt wie die Welt, fest in die Natur integriert und von ihr mit den schönsten "Designs" versehen – und doch das Schmähwort bei Designern.

Und diejenigen, die Werbung machen, sind dann die "Werber". Warum eigentlich? Weil es kaum noch gute Werbung gibt? Schon gerade keine gute Printwerbung? Weil Werbung grundsätzlich unseriös ist? Und dann darf es aber nicht Werbung heißen, sondern nennt sich Print-Design? Prospekte sind dann Broschüren … Ist das nicht ein großes Missverständnis?

Was in den frühen 1980er Jahren zum Bespiel von Michael Schirner, Creative Director bei GGK, und vielen anderen als Werbung sichtbar wurde, waren großartige und kreative Beispiele des Kommunikationsdesigns. Letztendlich ist Werbung der eigentliche Antrieb und abgesehen von Ausstellungen, Orientierungssystemen, Informationsmaterialien und Lehrmitteln der wesentliche Grund für die Erstellung und Gestaltung von Medien ob Drucksachen oder Websites ob digital oder analog. das gilt auch für Theater- und Ausstellungsplakate.

Werbung muss nicht unehrlich sein, hässlich, plump oder dumm. Jedoch sollte sich ein Designer von visueller Kommunikation mit dem Wert, dem Sinn und dem Nutzen eines Produktes, einer Veranstaltung, einer Institution oder Unternehmung auseinandersetzen. Die sogenannte Zielgruppe besteht aus Menschen, die den Respekt verdienen, den wir für uns selbst einklagen würden.


Also heißt es: Verkaufe nicht mit deiner Arbeit ein respektloses Produkt mit respektlosen Mitteln, indem du es gut verpackst, sondern schau dir immer die Kette an, in die du dich einreihen wirst.


 
Sabine Mescher